Jax Magirus Deutz 256

Hit the road Jax
12 Stunden, 700 Kilometer und 3 Liter Kaffee

08.05.2018   -   #0002

Wenn ihr die Momente kennt, in denen man das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommt, dann könnt ihr euch vorstellen, wie wir in den ersten 12 Stunden in unserem ersten eigenen „Auto“ saßen und es selbst kaum glauben konnten. Zwar saßen wir die ganze Zeit auf der Beifahrerseite, doch tat das unserer Begeisterung absolut keinen Abbruch.

Marc hatten wir über Ebay-Kleinanzeigen gefunden, er meldete sich auf unser Gesuch nach einem Fahrer und schon beim ersten Treffen stand fest, den nehmen wir! So saßen wir dann ein paar Wochen später zusammen um 7 Uhr morgens im Zug in Richtung Schweiz. Nur neun Stunden später kamen wir mit allerhand Papieren, samt ersten Nummernschildern unterm Arm, aus dem Schweizer Verkehrsamt. Unerwartet für alle war Marc jetzt im Besitz unseres Magirus, da er als Fahrer in den vorübergehenden Fahrzeugschein eingetragen werden musste. So hatten wir das mit seinem Souvenir bereits abgehakt. Zurück bei Jax konnten wir mit den Reisevorbereitungen beginnen, Blaulichter abkleben, Nummernschilder anbringen, Gepäck verstauen, technisch nach dem Rechten sehen und natürlich tanken. Noch passen moderate 110 Liter unter das Fahrerhaus, teuer wird es erst, wenn das 4-fache Volumen zur Verfügung steht.

Doch das hat noch Zeit, jetzt ging es erst einmal los auf die Schweizer Bundesstraße, zum Zoll und danach ohne Umwege auf die falsche Route Richtung Autobahn. Einmal nicht abgebogen, weil keiner aufgepasst hatte und schon durften wir eine knappe Stunde durch die eindrucksvolle Landschaft des Schwarzwaldes fahren. Nach einem ausgiebigen Picknick auf der Rückbank fanden wir dann ohne weitere Verfehlungen den kürzesten Weg zur A5. Mit mehreren Kaffee- und Tank-Pausen fuhren wir uns mit konstanten 85 km/h immer weiter Richtung Norden. Jeden Kilometer, den er machte, konnte man Jax anmerken, er fuhr zunehmend ruhiger und gleichmäßiger. Das bestätigten auch Marcs gewissenhafte technische Kontrollen unterwegs und dem schließen sich bisher alle fachkundigen Meinungen an. Da wir schon beim ersten Besuch von ihm überzeugt waren, freute es uns umso mehr, jetzt auch von erfahrener Seite eine positive Rückmeldung zu bekommen.

Jax - Magirus Deutz 256 D12

Wieder eine Bestätigung für uns, dass auf unser Gefühl, den richtigen Weg zu gehen, Verlass ist. Wir merken jetzt erst, wie einfach alles ist. Seit wir uns entschieden haben auf uns selbst zu hören, wird uns zwar nichts geschenkt, doch die Energie, die wir in unser Projekt stecken, wandelt sich immer zu neuen Erfolgen und dem Gefühl von Glück. Selbst wenn wir mal im Begriff sind eine falsche Entscheidung zu treffen, läuft uns jemand über den Weg, der uns neue Möglichkeiten aufzeigt und uns so immer einen Schritt weiter bringt. So lernen wir jeden Tag dazu und können kaum erwarten wieder und wieder neue Erfahrungen zu sammeln und unser Projekt weiter aufzubauen. Insgesamt war es eine entspannte Reise ohne große Zwischenfälle und so erreichten wir um fünf Uhr morgens endlich unser Ziel. Schweren Herzens mussten wir ihn dann auf einem Parkplatz stehen lassen, um erst einmal richtig auszuschlafen. Nach einer kleinen Umparkaktion am nächsten Tag steht er jetzt sicher an seinem vorläufigen Platz, bis es hoffentlich bald zum Ausbau in eine Halle nach Neumünster geht.

Als nächstes wird der Aufbau verkauft oder als letzter Ausweg, in Einzelteilen zum Schrotthändler gebracht. Noch sind wir aber guter Hoffnung, dass sich ein geeigneter Käufer findet. Bis dahin ist ein passender Stellplatz, um endlich mit dem Ausbau beginnen zu können, das Wichtigste. Dann können wir uns nach und nach an die Rostbekämpfung, die genaue Planung der Wohnkabine und die Vorbereitungen auf die TÜV-Prüfung machen. Gleichzeitig sind wir beide nach wie vor fleißig in der Fahrschule, um mit Jax bald endlich einen weiteren Schritt in Richtung Autarkie machen zu können.

charly hund süß

Natürlich wollen wir den vierten im Bunde nicht vergessen. Charly freut sich inzwischen genauso über den Familienzuwachs und springt mit ins Fahrerhaus, von wo er den besten Blick über die Lage behält. Wir hoffen, er bleibt weiter so begeistert und fühlt sich in seinem baldigen Zuhause wohl.




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