Wir planen unsere Wohnkabine / Wohnmobil

Die Wohnkabine
Pläne unserer kleinen vier Wände

07.07.2018   -   #0003

Zwei Monate steht Jax inzwischen bei uns. Viel Zeit, in der wir vermessen, geplant und auch schon ein bisschen geschraubt haben. Außerdem ist die theoretische Prüfung für unsere LKW-Führerscheine endlich bestanden, eine Halle in Neumünster gefunden und der Feuerwehraufbau verkauft, der in den kommenden Wochen runtergehoben und verladen werden muss.
Wir haben also einiges geschafft, gleichzeitig sind neue Herausforderungen auf den Plan getreten, aber es ist allemal Zeit, euch auf den neusten Stand zu bringen.

Wir begannen mit der Planung des Innenraums, um danach das Holzgerüst daran anpassen zu können. Nach langem Recherchieren, Rechnen und Einbeziehen der Maximalmaße haben wir versucht, den Innenraum mit den Maßen 400 cm x 225cm zu gestalten. Da wir beide recht groß sind, planen wir mit einer Deckenhöhe von 200 cm. Zu diesen 9 m² Wohnfläche kommen noch die 3 m² hinter den Sitzen im Fahrerhaus. Entgegen vieler vergleichbarer Ausbauprojekte haben wir oft andere Schwerpunkte gesetzt, so verzichten wir auf das perfekte Minimalgewicht sowie auf eine Sitzgruppe mit Esstisch, wollen dafür aber eine große Küche und weitere Schlafmöglichkeiten für Gäste. Das Ziel ist, Funktionalität und Gemütlichkeit in Einklang miteinander zu bringen und keinen Innenraum zu schaffen, der an ein Wohnmobil oder einen Wohnraum mit Kompromissen erinnert.

Angefangen haben wir damit, das 140 cm x 200 cm große Bett, die mindestens 200 cm lange Küchenzeile und das Bad mit einer Mindestbreite von 70 cm unterzubringen. Danach durften dann auch die Schränke und der Ofen folgen. Doch obwohl wir Sofa und Arbeitsplatz in das Fahrerhaus verlegt haben, gestaltete sich die Planung der Platzverteilung schwieriger als gedacht. Bis wir den jetzigen Entwurf zufrieden in den Händen hielten, vergingen Wochen, in denen immer wieder Grundrisse diskutiert, verfeinert und am Ende doch wieder komplett verworfen wurden. Nach einem langen Abend stand dann plötzlich die Idee im Raum, die zu dem endgültigen Entwurf führte.
Zwar ist dieser gar nicht so überraschend anders, doch es hat sehr viel Fingerspitzengefühl und zahlreiches Jonglieren mit wenigen Zentimetern verlangt, um diesen Entwurf auszuarbeiten.

Grundriss der Wohnkabine für das Wohnmobil

Das Bett musste an das Ende der Wohnkabine, da am Anfang der Durchgang zum Fahrerhaus geplant ist, außerdem sorgt diese Platzierung für viele Zugangsmöglichkeiten zu dem Kofferraum darunter, in dem auch die Frischwassertanks ihren Platz finden werden.
Für die Küchenzeile bleibt nur die linke Seite übrig, da auf der rechten, laut TÜV, die Tür sein muss. Die Küchenausstattung entspricht zu großen Teilen meinen Wünschen, da Kochen meine Leidenschaft ist und ich nicht gewillt bin, diese aufzugeben beziehungsweise auf eine 20 cm breite Arbeitsfläche und eineinhalb Kochfelder zu reduzieren. Des Weiteren haben wir beide kein spürbares Verlangen nach einer Sitzecke mit Esstisch, dafür reichen uns Bett, Sofa oder am liebsten ein Platz draußen im Grünen, und so waren die Ausmaße der Küche auch für Anna kein Problem. Alle weiteren Bedenken konnte ich mit der Aussicht auf leckeres Essen beschwichtigen. Um möglichst viel Arbeitsfläche aus den 225 cm rauszuholen, haben wir uns für eine Reihenanordnung der Gaskochfelder auf der hinteren Hälfte der Küchenzeile entschieden, die dazu führt, dass uns eine durchlaufende Arbeitsfläche von 170 cm zur Verfügung steht.
Das Bad hingegen ist sehr spartanisch bemessen und das hat auch seine Berechtigung, wenn man beachtet, wie wenig Zeit in diesem Raum verbracht wird. Wir haben nur 70 cm x 95 cm eingeplant. Dies reicht gerade eben für Toilette, Waschbecken, Dusche und einen kleinen Schrank aus. Der zusätzlich benötigte Stauraum entsteht durch ein Fach, das in die Wand eingelassen wird. Ein großes Problem in der Planung stellte genau diese Platzierung dar, denn um das Bad herum mussten ein Kleiderschrank, ein Schrank für die Elektronik und der Ofen möglichst platzeffizient angeordnet werden. Aus ehemals einem großen Schrank mit verschiedenen Aufgaben entstanden zwei einzelne, wobei der Elektro-Schrank etwas Raum an das Bad abgibt und der andere für etwas Abstand von Tür und Ofen zum Bett sorgt. Das führt dazu, dass der Ofen und der Kleiderschrank schmaler als das Bad bemessen werden konnten und der Raum etwas mehr Tiefe bekommt.
Außerdem planen wir eine Matratze, die auf der Unterseite einer herausnehmbaren Bodenplatte durch das Umdrehen eine weitere Schlafmöglichkeit zur Verfügung stellt. Jeder Zentimeter, der dann noch übrig blieb, wurde zu Stauraum, egal ob als Hängeschrank, Schublade oder Schrankwand, holten wir das Maximum aus unserer kleinen Wohnung heraus.
Nachdem für Küche, Bad und Schlafzimmer die Fenster verteilt waren, stand unser Plan für die Wohnkabine.

Die 3 m² hinter den Sitzen im Fahrerhaus waren schnell durchdacht.
An die Wand zu der Wohnkabine kommt rechts und links neben den Durchstieg für jeden von uns ein Tisch zum Hochklappen mit etwas Stauraum dahinter und einem kleinen Regal unter der Decke. Bei hochgeklappten Tischen ist hier noch genug Platz für Sitzgelegenheiten, falls diese zusätzlich benötigt werden. Dem gegenüber ist ein durchgehendes Sofa geplant, welches so aufgeteilt ist, dass durch die Entfernung des mittleren Kissens ein einfaches Durchsteigen zu den vorderen Sitzen ermöglicht wird.
So haben wir sogar ein kleines gemütliches Wohnzimmer, das sich schnell und einfach zu einem ausreichend großen Arbeitsplatz für zwei Personen umbauen lässt.

Die Stromversorgung stellen wir durch vier 24 V Solarmodule mit je 210 Wp sicher, von denen zwei auf dem Fahrerhaus auf einer Staubox sowie zwei auf dem Dach der Wohnkabine montiert werden. Zusammen mit einem 400 Ah LiFePo4-Akku stellt diese das ganze Jahr über ausreichend Strom für unseren Haushalt zur Verfügung, solange wir uns im Winter nicht nördlich von Deutschland aufhalten.
Zusätzlich dazu, und um die Versorgung zu vervollständigen, wird ein Gastank unter der Wohnkabine angebaut.

Planung Zeichnung und Maße unseres Magirus

Nachdem die Planung für den Innenraum abgeschlossen ist, können wir uns nun der Fachwerkkonstruktion der Wohnkabine widmen. Dazu nehmen wir gerade Kontakt zu Holzlieferanten auf und entwerfen auf Basis der genauen Materialabmessungen die Pläne des Holzgerüstes. Wie anfangs kurz erwähnt, kommt bald der Feuerwehraufbau vom Rahmen und so gibt es wieder einiges zu tun. Mehr zu diesen Themen im nächsten Ausbau-Artikel.




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