Annas Entscheidung, weniger Plastik

Es ist deine Entscheidung
Unser Platz im Wandel der Welt

12.08.2018   -   #0004

„Ein Zug rast auf den Abgrund zu. Man kann noch bremsen, doch die Lokführer tun es nicht. Weil sie die Gefahr der Situation nicht erkennen, weil sie glauben, der Abgrund sei weit entfernt und sie müssten noch nicht reagieren. Doch der Bremsweg des Zuges ist lang, und der Abgrund rückt näher und näher.” Das schrieb Silvia Liebrich für 136. Süddeutsche Zeitung am 16./17. Juni 2018.

Gibt es einen Lokführer, der die Position annimmt, die er nun einmal innehat, die eines Führers? Denn einen Führer zeichnet eigentlich aus, dass er eine Gruppe von Menschen zu führen weiß, eine Übersicht über die Dinge hat und sich zutraut, für diese Gruppe eine gute Entscheidung zu treffen. Genau so ein Führer fehlt bei diesem Thema. Es ist aktuell unter vielen Namen bekannt, Klima- oder Umweltkatastrophe, globale Erderwärmung und Klimawandel. Das Wort Wandel trifft es, so finde ich, ganz gut. Die Erde ist seit ihrer Entstehung in einem fortwährenden Wandel und da kam der Moment, in dem wir Menschen begannen sie zu bevölkern und mit unseren Einflüssen weiter zu verändern. Ob gut oder schlecht, das sind wir nicht in der Lage zu beurteilen, wer weiß, was daraus wird, wenn wir erst einmal wieder weg sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Erde auch uns übersteht. Doch trotzdem möchte ich nicht aktiv ein Teil der Menschheit sein, der sie so egal ist, der davon ausgeht, dass sie es schon schafft, schließlich schon immer da war. Ich möchte mich ihr gegenüber dankbar verhalten und das, indem ich mein Leben so gestalte, wie ich es vor mir selber verantworten kann. Denn wir selbst sind die Einzigen, mit denen wir es ein Leben lang aushalten müssen und diejenigen, die uns vergeben können oder uns selbst verurteilen. Ich werde selbst diejenige sein, die Überblick hat, meine Entscheidungen trifft und für mich einsteht. Kein anderer kann und soll diese Verantwortung für mich übernehmen müssen. Die Politik ist mit sich selbst überfordert genug, als dass ich ihr zumuten will, sich auch noch um mich und mein Verhalten zu sorgen. Es gibt jedoch viele Menschen, die nicht so über sich und ihre Umwelt nachdenken, sie brauchen diesen Lokführer. Für sie wünsche ich mir eine Politik, die sich ernsthaft und ehrlich um die Menschen kümmert, die sie gewählt haben. Womit wir ein Thema anschneiden, in das ich mich erstmal nicht weiter einmischen möchte. Wen ich erreichen möchte, seid ihr! Euch möchte ich davon erzählen, wie einzigartig und schön unser Leben auf diesem Planeten ist und dass er es vielleicht wert ist manchmal länger nachzudenken, als kurzerhand zur nächsten Flüssigseife mit Mango, Avocado, Honig, aber auf jeden Fall mit Plastik-Verpackung, zu greifen. Alles was wir täglich vor uns sehen, solange wir nicht inmitten von Wald, Wiese, Meer und Bergen stehen, kommt nicht von ungefähr. Jedes Lebensmittel, jedes Kleidungsstück, jedes Zuhause hat einen Ursprung und oft eine lange Reise hinter sich, um so vor uns stehen zu können. Nichtsdestotrotz bin auch ich ein profitierender und nutzender was die Globalisierung angeht. Dieser Text entsteht auf einem MacBook. Wo bleibt da mein Gewissen? Ich gestehe mir einen Lernprozess zu und ich möchte Kompromisse für mich eingehen können, mein Leben weiter so genießen, wie es für mich richtig ist. Wie ich schon sagte, muss man sich letztendlich nur vor sich selber verantworten können.

Mit unserem Projekt, unseren Artikeln und den Müllsammelaktionen möchte ich darauf aufmerksam machen, dass man kleine Dinge im Alltag verändern kann, um bewusster und auch umweltbewusster zu leben. Viele haben einfach noch nie darüber nachgedacht den To-go-Becher gegen eine eigene Tasse einzutauschen, sich ein Stück Seife ins Badezimmer zu legen oder mit dem eigenen Beutel zum Bäcker zu gehen. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die am Ende zu einem viel größeren Bewusstsein diesem Thema gegenüber führen und uns klar machen, dass jeder etwas dafür tun kann. Es geht nicht darum, wann wer wieviel tut, sondern darum, dass man in Bewegung bleibt, dass es immer weiter geht, die Perspektive sich verändert und Neues entstehen kann. Solange man sich bewegt, herrscht kein Stillstand, nur still zu stehen ist gefährlich, denn dann können keine neuen Wege gefunden werden oder neue Ideen entstehen. Ich für meinen Teil freue mich über jeden Schritt, den ich tue, egal in welche Richtung, denn er führt kontinuierlich zum nächsten und so wachse ich.

Um nochmal ein Zitat aus Silvia Liebrichs Artikel, diesmal von Hans Joachim Schellnhuber (deutscher Klimaforscher), einzufügen: „Wenn wir nicht radikal umsteuern, fahren wir die Zivilisation an die Wand.”
Um meinen Teil zum „Umsteuern” beizutragen, überdenke ich jetzt nach und nach meinen Lebensstil und möchte euch einladen den ein oder anderen Gedanken zu teilen, euch anstecken zu lassen und von meinen Versuchen zu profitieren. Es werden immer wieder Artikel mit diesen Inhalten folgen und davon berichten, welche Schritte ich gerade mache. Ihr seid herzlich willkommen mir Fragen zu stellen und auch mir mal einen Tipp zu geben.

Meine ersten Veränderungen:

Meine eigene Kaffeetasse. Sie hat nicht nur den Vorteil einen Einmalbecher zu ersetzen, sondern gibt mir auch ein besseres Gefühl beim Trinken. Ich bin mir sicher, jeder hat zu Hause einen Lieblingsbecher, aus dem der Kaffee gleich viel besser schmeckt.

Die eigene Kaffetasse to-go

Die eigene Tüte beim Bäcker. Da tut es auch einfach der eigene Jutebeutel. Ansonsten gibt es extra Biobaumwollbeutel, in denen nicht nur Brot gut aufgehoben ist, sondern auch Obst & Gemüse oder Reis frisch bleiben. Als Brot/Brötchen-, Reis- oder Nudel-Beutel eigenen sich die von Living Crafts, einem Unternehmen für Naturtextilien.
Für Obst und Gemüse kann ich die Netze, ebenfalls von Living Crafts, sehr empfehlen.

Milch aus Glasflaschen. Die Flaschen sehen schön aus und lassen sich ausgespült auch gut für Müsli, Reis oder Mehl wiederverwenden. Sie sind bei mir ein hübscher und treuer Begleiter für den Unverpackt-Laden.
(Darunter fallen natürlich auch alle anderen Lebensmitteln wie Sahne und Joghurt. Diese werden hauptsächlich von Firmen wie Söbekke, Demeter oder Schwarzwaldliebe angeboten. Möchte man auf Bio verzichten, wird man bei Landliebe oder Berchtesgadener Land fündig. Auch sonst sollte man darauf achten, Produkte im Glas zu kaufen und zu verwenden.)

Glas zum Mitnehmen, kein Plastik

Einkaufen beim Metzger oder an der Käsetheke. Meistens landen solche Lebensmittel bei mir zu Hause in eigenen Dosen und Boxen, also warum diese nicht einfach direkt mitnehmen. Die meisten Verkäufer/innen gucken anfangs etwas skeptisch, gewöhnen sich aber schnell an die selbst mitgebrachten Verpackungen und müssen lächeln, wenn ich wieder mit meiner Dose um die Ecke biege.
Hier ein paar gute Adressen für Vorratsbehälter:
Waschbär, der Umweltversand - hier findet ihr auch sonst alles, was man zum Leben (außer Lebensmittel) braucht, nachhaltig und zertifiziert
Emsa - ein deutscher Hersteller von Markenprodukten für Küche und Garten
memolife - ein Versandhandel, der faires Einkaufen in allen Bereichen online möglich macht

Einkaufen. Hier bieten sich Unverpackt-Läden natürlich am meisten an. Man bringt seine Gläser, Beutel und Dosen mit, oder deckt sich beim ersten Einkauf vor Ort damit ein, und kann dann nach Gewicht und völlig ohne neuen Verpackungsmüll, meist auch noch in Bio-Qualität, einkaufen.
Genauso gut geht das auch auf dem Wochenmarkt. Auch hier haben sich Bio-Stände längst etabliert und die Waren kommen direkt vom Erzeuger, unverpackt. Da macht mir das Einkaufen auch gleich viel mehr Spaß, als im Supermarkt die riesen Auswahl zu durchsuchen. Doch da es manchmal einfach schnell gehen muss, kommt man nicht immer drum herum. Hier unterscheiden sich Märkte wie Edeka, Rewe oder Aldi darin, wie viel biologische Produkte sie anbieten. Aldi hat inzwischen ein wirklich gutes Angebot, da auch sie eine eigene Bio-Marke im Sortiment haben. Meist gerate ich allerdings bei der Frischware in eine Zwickmühle. Bio und verpackt oder konventionell aber dafür lose. Hier geht Edeka jedoch endlich einen Schritt weiter, sie markieren ihre Bio-Lebensmittel mit einem Laserlogo. Angeblich machen das inzwischen auch viele weitere Märkte, gefunden habe ich es bisher aber nur dort.
Schlussendlich muss dann jeder wieder selber entscheiden und den passenden Supermarkt in der Nähe finden, für den Fall, dass gerade keine andere Einkaufsmöglichkeit vorhanden ist.

Laserlogo, Branding

Das sind meine ersten fünf Vorschläge für heute. Ich hoffe, ihr könnt sie in euren Alltag einbauen und mit etwas besserem Gewissen einkaufen gehen.

Hier noch ein kleiner Song-Tipp, der sich dem Gemeinschafts-Gedanken widmet:
JAMES BAY - US




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